WEGE
Wir sitzen, wir liegen, wir stehen, wir bewegen uns und gehen in Begegnung. Meditation kennt viele Wege und Formen.
Da sitzt ein kleines Männlein in einfacher Kutte, mit fettem Bauch und einem ebenso fetten, gemütlichen Lachen im Gesicht.
Da thront aufrecht eine schlanke Frauengestalt in edlem Gewand, und auf den Lippen ihres stillen Antlitzes schwebt ein sanftes Lächeln.
Da steht auf einem Bein, knochig, unrasiert, mit nur einem Tuch um den Schoss ein Yogi und legt grinsend soeben sein zweites Bein über seine Schultern.
Alle drei praktizieren Meditation. Auf ihre eigene Weise.
Tun sie das wirklich? Oder wiederholen sie eine leere Form, die ihnen eigentlich fremd ist?
Doch sie lachen, lächeln, grinsen; irgendetwas haben sie gefunden ...
Meditation
Was ist Meditation? Wie ist Meditation? Heutzutage im westlichen Kulturraum des 21. Jahrhunderts?
Die Frage «Was ist…?» ruft nach Modellen, Methoden und Formen. Die Frage «Wie ist…?» öffnet den Raum der persönlichen Erfahrung und Empfindung.
Was ist... ?
Was ist Meditation? Was zeichnet Meditation aus? Auf welche Weise meditieren wir? In welcher Körperhaltung? Sitzend, stehend, in Bewegung und auch in Begegnung?
Ob traditionell oder neuzeitlich, ob Qigong, Taiji, Yoga, Tanz oder stilles Sitzen; Methoden, die den Körper und die Achtsamkeit schulen, geben uns Werkzeuge und einen Bezugsrahmen um Erfahrungen zu sammeln und zu vernetzen. Es gibt unterschiedliche Techniken, durch die wir verschiedenes erfahren, erforschen und kultivieren können.
Welche Methode wählen wir? Passt unsere Meditationspraxis zu uns? Ist unsere Praxis lebendig? Brauchen wir frische Impulse? Sind wir grösser geworden und brauchen einen neuen Fokus, einen offeneren Bezugsrahmen? Was bringt uns weiter und effektiv in unsere Tiefe?
Wie ist… ?
Wie ist Meditation für dich? Wie erlebst du Meditation? Was empfindest du bei einer Meditation in deinem Körper, und an welcher Stelle im Körper empfindest du es?
Um eine Meditations-Erfahrung zu machen, benötigen wir keine komplexen Techniken. Je einfacher eine Meditations-Übung aufgebaut ist, desto leichter kann sie uns – unter passender Anleitung und in geeigneter Übungsatmosphäre – zu unserer eigenen Erfahrung führen.
Lassen wir uns immer wieder frisch auf unsere gegenwärtige Erfahrung ein, wird unsere Meditationspraxis lebendig. Wir sammeln Eindrücke, verfeinern, vertiefen und weiten unser Wahrnehmungsspektrum. Alleine oder als Gruppe integrieren wir das Erlebte und bringen die Erfahrung wieder ein in unser Leben.
Nahe
Meditation per se ist nicht etwas exotisches oder weltfremdes. Meditation ist nahe am Leben. Viele machen meditative Erfahrungen, auch bevor sie je eine bestimmte Meditationstechnik erlernt haben. Gleichzeitig helfen uns klassische wie neue Methoden und Modelle unsere Erfahrungen einzuordnen, zu differenzieren und zu erweitern.